Schwerpunktprüfung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit im Gebäudereiniger-Handwerk

Stuttgart (ots) - Stuttgarter Zollbeamte haben in dieser Woche im Rahmen einer bundesweiten Schwerpunktaktion Beschäftigungsverhältnisse im Gebäudereiniger-Handwerk in der Region geprüft. Der branchenspezifische Mindestlohn stand dabei im Fokus der Maßnahmen bei Reinigungskräften in öffentlichen Gebäuden sowie bei Zimmermädchen in Hotelbetrieben. Im Zuge der Schwerpunktprüfung wurden insgesamt knapp 300 Beschäftigte bei der Arbeit kontrolliert und zu ihren Arbeits- und Einkommensverhältnissen befragt. Durch die Zöllner wurden vor Ort ein Strafverfahren wegen Vorenthalten von Sozialbeiträgen, ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler Ausländerbeschäftigung und mehrere Ermittlungsverfahren wegen fehlender Stundenaufzeichnungen eingeleitet. In Punkto Branchenmindestlohn (im Gebäudereiniger-Handwerk derzeit zehn Euro pro Stunde) wurden mehrere Verdachtsmomente für eine Bezahlung unterhalb der bestehenden Lohnuntergrenze entdeckt. Hier sind nun entsprechende Prüfungen in den betroffenen Betrieben vonnöten, um die tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelte zu ermitteln und gegebenenfalls die verursachten Schadenshöhen zu ermitteln. "Gerade Zimmermädchen in Hotels erhalten oftmals einen Stücklohn pro gereinigtes Zimmer. Rechnet man den Lohn pro Zimmer und die erforderliche Arbeitszeit dafür zusammen, muss es für den Beschäftigten realistisch möglich sein, den Mindestlohn zu erzielen", erklärt der Pressesprecher des Hauptzollamts Stuttgart, Thomas Seemann. "Bei einem Stücklohn von gerade einmal etwas mehr als drei Euro brutto pro geputztes Hotelzimmer, ist es jedoch nahezu ausgeschlossen, den gesetzlichen Minimallohn zu erarbeiten. Kommen beispielsweise noch Wartezeiten aufgrund später abreisender Gäste hinzu, ergab sich der Verdacht, dass zumindest bei einer Firma ein Stundenlohn von lediglich fünf Euro bezahlt wurde.